Fragen, die im Fußball fast nie gestellt werden …aber die persönliche Entwicklung vorantreiben!

Fragen, die im Fußball fast nie gestellt werden
…aber die persönliche Entwicklung vorantreiben!


Fußball ist eine hochkomplexe und fordernde Sportart. Wie in jedem Wettkampfsport sollte es das Ziel jedes einzelnen sein, sich ständig zu verbessern und sein Leistungspotential zu optimieren. Die derzeitige Spielunterbrechung wäre eine nützliche und wertvolle Gelegenheit um notwendige Justierungen vorzunehmen.

 

Analyse des persönlichen Verhaltens am Platz

Ein Spruch aus China sagt: „Wer die Zukunft erforschen will, muss die Vergangenheit kennen.“ Deswegen ist es so wichtig, dass Spieler (Nachwuchs auch Erwachsene) vergangene Matches analysieren und sich, unter anderem, mit folgenden Fragen auseinandersetzten:

  • Begebe ich mich vor dem Match in meine optimale Leistungszone und halte diese über 90 Minuten?
    • Habe ich mir dafür eine hilfreiche, persönliche Routine erarbeitet?
  • Kann ich nach einem Fehler am Spielfeld meine Konzentration sofort wiederaufbauen?
    • Welche mentalen Techniken helfen mir, diese Fähigkeit zu verbessern?
  • Sind meine inneren Selbstgespräche in herausfordernden Situationen am Platz positiv und zielführend?
    • Wie kann ich hier auch meine Mitspieler am Feld unterstützen?
  • Bin ich trotz Rückstand, kurz vor Ende, noch fokussiert und kämpfe bis zur letzten Minute?
    • Wie sieht meine Körpersprache in dieser Phase aus?
    • Übernehme ich hier selbst Verantwortung oder bleibe ich passiv?
  • Kann ich meine Trainingsleistung auch im Match voll und ganz umsetzen?
    • Wenn nein, woran liegt es und was kann ich aktiv dagegen unternehmen?

 

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Fragen, mit denen in der mentalen Arbeit gearbeitet wird, und auf Basis dessen, Spieler individuelle mentale Werkzeuge erhalten.

Athleten sollten sich bewusst sein, jede Handlung die sie durchführen, ist immer von einem mentalen Prozess begleitet. Die Frage ist, beeinflussen Fußballer diesen Prozess bewusst oder überlassen sie es dem Zufall. In einem professionellen mentalen Coaching lernen Spieler diesen Prozess bewusst zu beeinflussen und so „Herr über die Situation“ zu werden. Voraussetzung ist allerdings, dass sie bereit sind an ihrer Leistungsentwicklung zu arbeiten und sich ihren Schwächen zu stellen.

Vielfach wissen die meisten Spieler, an welchen persönlichen Bereichen sie zu arbeiten haben. Das Problem ist oft, wie schon Goethe in einem Roman schrieb:

„Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden!
Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun!“

 

Professionelles mentales Coaching unterstützt Spieler, dass sie durch eine konkrete Zielsetzung ins Tun kommen und dabei die entsprechenden mentalen Werkzeuge bekommen, um ihre Leistung am Punkt abzurufen.

Leider werden diese mentalen Werkzeuge in den wenigsten Nachwuchsabteilungen sowie Kampfmannschaften vermittelt. Viele Vereine und Trainer reden zwar über die Wichtigkeit von Mentaltraining im Fußball, setzen es aber nur halbherzig oder gar nicht um.

JETZT ist der optimale Zeitpunkt, die persönlichen mentalen Fertigkeiten zu stärken und sie bei Saisonstart zur Verfügung zu haben. Mentale Stärke ist erlernbar!

 

Autor: Wolfgang Seidl

Bildquelle: Hans Oberländer