Was ist mentale Stärke? – Ein eindrucksvolles Beispiel aus dem Fußball!

Was ist mentale Stärke? – Ein eindrucksvolles Beispiel aus dem Fußball!

Wenn man den Begriff „mentale Stärke“ in Google eintippt, dann bekommt man fast 1,7 Millionen Treffer. Es gibt jede Menge Definitionen aber auch eine Vielzahl an Beispielen aus der Fußball Welt.

 

Manchester United 1998/99 – Mit mentaler Stärke Denkmal gesetzt!

Ein eindrucksvolles Exempel mentaler Stärke handelt vom Champions League Halbfinale 1999, Juventus Turin gegen Manchester United. Das Hinspiel in England endete 1:1 und Manchester traf auf eine extrem starke italienische Mannschaft. Nach elf Minuten stand es bereits 2:0 für Juventus. Im Team von Manchester waren die beiden Spieler Roy Keane und Pauls Scholes mit Gelb vorbelastet, so dass sie bei einer weiteren Karte ihr erstes Champions League Finale verpassen würden. Trotzdem akzeptierte keiner der beiden das als Grund, ihren Einsatz und ihr Zweikampfverhalten zu ändern. Ihre wirkliche mentale Stärke kam zum Vorschein, als die beiden im Match Gelb sahen. Aber keine Spur von Niedergeschlagenheit, im Gegenteil, sie intensivierten ihr Spiel und praktizierten in diesem Match diszipliniertes Denken und Handeln während ihres Einsatzes. Die Spieler von Manchester, wurden zum damaligen Zeitpunkt vom Mentalcoach Bill Beswick betreut. Die Spieler wussten, es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen und sie hatten gelernt, wie sie mit Druck und Rückstand umgehen müssen.

Eine damals mental starke Manchester United Mannschaft schob jegliche Zweifel beiseite. Die Spieler puschten sich mittels positiver Selbstanweisungen. Sie verstärkten ihre Kommunikation mit den Mitspielern, und motivierten sich gegenseitig. Bei Ballbesitz übernahmen sie Verantwortung und waren ständig aktiv. Ihre Körpersprache strahlte Stärke und Zuversicht aus. Sie agierten entschlossen, was sich positiv im Zweikampfverhalten und in der Laufleistung auswirkt. Sie waren vollkommen fokussiert und bereit, jeden Fehler des Gegners für sich auszunutzen. Sie glaubten bis zum Schluss an Ihre Chance. Schlussendlich siegte Manchester 3:2 und qualifiziert sich für das Finale gegen Bayern.

 

Verrückte 3 Minuten in Barcelona!

Auch im Champions League Finale in Barcelona zeigte sich Manchester wieder mental stark. Bayern führe bis zur 90 Minute zwar mit 1:0, aber Manchester blieb wieder bis zum Schluss fokussiert und erzielte innerhalb von 3 Minuten zwei Tore. So holten sie sich die begehrte Trophäe. Auch dieses Beispiel ist geprägt von mental starken Manchester Spielern, die auch nach einem Rückstand in der letzten Minute noch an den Erfolg glaubten.

 

Leider sehen wir in der Fußball Realität sehr selten solche, im Kollektiv, mental starken Mannschaften. Warum? Ganz einfach, weil bei elf Spielern am Platz nur einige wenige sich diese mentalen Fertigkeiten erarbeitet haben und dann in den entscheidenden Situationen auch umsetzen können.

Von mentaler Stärke profitieren aber nicht nur die Stars der besten Fußball Liegen. Jeder Spieler, und wenn er in der untersten Liga spielt, entscheidet mit seinem eigenen Verhalten und seinen mentalen Fertigkeiten wie er am Spielfeld auftritt.

Nachfolgend ein Beispiel eines mental starken Spielers im Vergleich mit einem mental schwachen, nach einer verpassten Torchance:

  Mental starker Spieler Mental schwacher Spieler

 

Eigenen Gedanken Der Spieler denkt sich: „den nächsten mach ich rein.“ Er baut sich selbst auf und findet die richtigen Worte: „bleib positiv, konzentriere dich“ und glaubt weiter an den Erfolg

 

Dieser Spieler denkt sich: „warum treffe ich nicht, das wird nichts mehr.“ Er wird negativ und verliert den Glauben an sich.
Emotionale Reaktion Bleibt engagiert, motiviert und energisch Sein Vertrauen sinkt, er wirkt entmutigt und verliert die Hoffnung und macht anderer für die vergebene Situation verantwortlich.

 

Auswirkungen auf seine Energie Er bleibt positiv, agiert zielgerichtet und zeigt weiter eine hohe Intensität! Er wird negativ und zeigt eine niedrige Intensität.

 

 

Auswirkungen auf seine Leistung Er wird sich von der vergebenen Chance schnell erholen, fokussiert bleiben und seine Chancen auf einen Treffer hoch halten. Er wird zunehmend passiv, versteckt sich, geht  nicht mehr die erforderlichen Extrameter, ist unkonzentriert und vermindert so die Chance eines Torerfolgs.

 

Mentale Stärke ist erlernbar und wird einem nicht in die Wiege gelegt. Spieler und Mannschaften, die sich bewusst für die mentale Arbeit entscheiden, haben einen wesentlichen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten.

 

Autor: Wolfgang Seidl

Bildquelle: RIPU Sportfotos